Lab³VsCorona

Aus aktuellem Anlass wird hier zusammengefasst, wie das Lab³ in der Coronakrise unterstützt.

Das Lab³ unterstützt und engagiert sich auf verschiedene Arten

Ergänzung vom 20.05.2020:
Die neuste Verordnung des Landes Hessen erlaubt nun auch Gesichtsvisiere anstatt einer Mund-Nasen-Abdeckung. Dies gilt insbesondere für die Verkaufs- und Servicemitarbeiter in der Gastronimie (laut faz.net), aber auch für Verbraucher beim Einkaufen etc. In der FAQ des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration wird ausdrücklich auch anstatt einer Mund-Nasen-Abdeckung das Gesichtsvisier als Alternative genannt. (Quelle: soziales.hessen.de)

Das Lab³ steht im regen Austausch mit Ärzten und Kliniken, um die Schilde optimal für die Wiederverwendung zu entwickeln. Denn im Klinikalltag ist auch das Desinfektionsmittel ein endliches Mittel, aber es stehen verschiedene Sterilisationsgeräte bereit. Hierbei verwenden wir Prototypen aus verschiedenen Materialien, um das optimale Material für die weitere Herstellung der Masken zu finden. Die Sterilisationsmethoden gehen dabei von Wasserdampf über das Abwischen mit Isopropanol oder Ethanol. Ideal wäre eine Wasserdampf-Sterilisation, doch die handelsüblichen Materialien für den 3D Druck haben ihre Einsatztemperatur darunter.

An dieser Stelle werden wir unsere Erkenntnisse aus den Tests weiter teilen:

Autoklav bei 124 °C, 30 min:

  • PET-A wird milchig, PETG verformt sich – Ungeeignet
  • PVC verformt sich, Covestro Vivak verformt sich – ggf weitere Tests nötig, nicht mehr ganz so klar wie vor dem Test

Ein großer Dank gilt auch dem HIGHEST-FabLab Darmstadt, welche unsere Kapazitäten beim 3D-Druck und laserschneiden erweitern und uns tatkräftig unterstützen.

732
Personen schützen sich und andere mit Face Shields
90
offene Anfragen
33
unterstützte Einrichtungen

So kam es dazu:

Durch Zufall sind Mitglieder privat in einer facebook Gruppe auf ein Gesuch nach Face Shields für ein Altersheim gestoßen. Diese benötigen gerade in Krisenzeiten Unterstützung, da zuerst Kliniken, dann Arztpraxen und dann erst weitere Pflegeeinrichtungen wie Pflegedienste, Altenheime und Kinder-Notfallbetreuungen versorgt werden. Lab³ untersucht gerade Verfahren, mit denen Face Shields kurzfristig und gesetzeskonform hergestellt werden können, sodass Personal in Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Arztpraxen sie künftig einsetzen können.

Ein Selfie in Zeiten von Corona – natürlich mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand und Face Shield

Du möchtest mithelfen?

Auch Du kannst uns aktiv unterstützen, indem du uns etwas spendest. Was genau ist dir überlassen. Über eine Geldspende für Materialien freuen wir uns ebenso wie Materialien selbst oder deine Zeit. Wenn die Anfragen sich wie im Moment überschlagen, brauchen wir zuverlässige, helfende Hände die uns z.B. auch bei der Entwicklung neuer Lösungen unterstützen.

Kontaktiere uns gerne über das Kontaktformular oder die Mail Adresse info@lab3.org mit deinen Möglichkeiten, wir melden uns dann bei dir.

Geldspenden können an folgendes Konto überwiesen werden:
Lab3
Volksbank Darmstadt-Dieburg
IBAN: DE71 5089 0000 0062 9398 00
BIC: GENODEF1VBD
Verwendungszweck: “Spende für Corona Hilfe”

Sponsoring

Das Lab³ als gemeinnütziger Verein ist bei Großprojekten mit viel Materialeinsatz auf Sponsorings angewiesen. Gerade während der Coronakrise schätzen wir diese Unterstützung sehr.

Hier bedanken wir uns nochmal explizit bei all unseren Unterstützer_innen.

Im Folgenden sind ein paar namentlich genannt.

Cameo Laser hat uns bereits Anfang Februar ihren Epilog Fusion Pro zur Verfügung gestellt. Dieser hilft uns im Moment beim lasern der Face Shields für Pflegeeinrichtungen und Kliniken.
Wir verwenden PET als Meterware, dass wir auf die passende Größe zurechtschneiden und anschließend in Form lasern.

Auf der Suche nach Lochgummi-Bändern sind wir auf Tigerlilly gestoßen. Von dort erhalten wir Meterware. Die Lochgummi-Bänder werden bei den Face Shields für das Kopband verwendet und erhöhen durch die Einstellbarkeit der Weite den Tragekomfort der Maske.

Bei Materialien hat das Format Darmstadt uns freiwillig unterstützt und wir kommen gerne auf das Angebot zurück.
Hier ist vor allem Gummiband und Overheadfolien für die Schilde zu erwähnen.

Sehr spontan ist auch der Baumarkt Farbenkrauth uns beim Preis entgegen gekommen. Wir bedanken uns auch hier herzlich für die Unterstützung!

Bei der Bestellung von Filamenten ist uns extrudr.com preislich entgegen gekommen und wir freuen uns die hochwertigen Filamente bei den nächsten Face Shield-Halterungen zu verwenden.

Private Spenden und Sponsorings

Besonderen Dank auch den privaten Unterstützern in unserem Umfeld. Erst durch die Fachärzte, Angehörige von Betroffenen, Mitgliedern und Freunden ist die erbrachte Leistung durch Spenden, Expertise, Engagement und Sponsorings erst möglich.

Bundeshackathon WirVsVirus

Im Bundeshackathon haben Mitglieder des Lab³ in verschiedenen Projekten teilgenommen, die im folgenden kurz beschrieben werden.

classroom – digitales Klassenzimmer

Wie kann ich in der Zeit, in der sich gerade mal zwei Personen treffen dürfen für einen normalen Schulalltag sorgen. Genau diese Frage haben sich dreizehn Hacker, Maker, Lehrer und Eltern an dem Hackathon Wochenende gefragt und haben ihre Lösung classroom getauft.
In diesem digitalen Klassenzimmer kann ein Lehrer seine Klasse online treffen, die Schüler können Fragen zum aktuellen Stoff stellen und auch Klassenarbeiten können digital durchgeführt werden. Das Projekt läuft auch nach dem Hackathon weiter, sodass hier noch keine fertige Lösung besteht, aber wir hoffen, dass wir sie bald offiziell verkünden dürfen!

epilamp – Open Source Testkit

Bundesweit können die Testlabore auf den Coronavirus pro Woche maximal 200.000 Tests durchführen, das hat die Bundesregierung vor einigen Wochen verkündet. Ein Test dauert im Schnitt 3 Stunden. Dass es auch schneller geht, das möchte epilamp zeigen. Noch dazu soll es ein Open Source Baukit geben, das für unter 300€ zu bauen ist. Die Testkits sollen dezentral, in sich geschlossen und flexibel werden, und ein vereinfachtes und verkürztes Verfahren für einen Schnelltest möglich sein.

Rechtliches

An dieser Stelle noch ein Hinweis der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:

Selbsthergestellte Gesichtsmasken und Behelfsmasken sind kein Atemschutz!

Behelfsschutz und die dafür verwendeten Materialien erfüllen nicht die Anforderungen an die Schutzleistung von persönlicher Schutzausrüstung! Sie schützen nicht wie partikelfiltrierende Schutzmasken gemäß DIN EN 149 der Schutzklasse FFP 2 oder höher vor luftgetragenen Infektionserregern, da selbsthergestellte Masken nicht dicht anliegen.

Behelfsmasken können im besten Fall wie Mund-Nasen-Schutz (MNS) wirken und in erster Linie das Risiko verringern, dass (potentiell infektiöse) Speichel-/Schleimtröpfchen des Trägers in die Umgebung gelangen. Mund und Nase des Trägers können allerdings durch MNS und voraussichtlich auch durch Behelfsmasken vor Berührungen durch kontaminierte Hände geschützt werden. Das Tragen einer Gesichtsmaske darf auf keinen Fall dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder die Händehygiene nicht mehr umgesetzt wird. Die Hinweise für Anwender zur Handhabung und zur Reinigung der Masken müssen ernstgenommen und befolgt werden. Die wichtigsten Hinweise und weiterführende Informationen hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zusammengestellt.

www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html

Das Tragen von Behelfsmasken darf dabei zu keinem Zeitpunkt ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen! Nach Angaben der WHO kann das Tragen von Masken in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, dazu führen, dass zentrale Hygienemaßnamen wie eine gute Händehygiene vernachlässigt werden.

www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/advice-for-public/when-and-how-to-use-masks